Digitaler Tresor für dich selbst

Ein Handy nach dem Tod knacken: teuer, unsicher und nicht deine Wahl

Auf einem Handy liegen jahrelang gesammelte Fotos, Videos und Nachrichten. Stirbt jemand und niemand kennt die PIN, kommt die Familie nicht mehr daran. Ein Spezialist kann das Handy manchmal knacken. Aber das ist teuer, es klappt längst nicht immer und du hast selbst nichts mehr mitzureden. Mit ein paar Minuten Vorbereitung verhinderst du das.

Alle Artikel

Ein gesperrtes Handy hält alles fest

Ein modernes Handy ist gut geschützt. Das ist gut, solange du lebst. Nach einem Todesfall arbeitet derselbe Schutz gegen deine Angehörigen. Ohne PIN, Passwort oder Muster kommen sie nicht an die Fotos, die Videos, die Nachrichten oder die Apps.

Hinterbliebenen wird oft geraten, das Gerät einfach zurückzusetzen. Damit ist alles, was nur auf dem Handy war, endgültig weg. Und ein neueres Gerät lässt sich nach dem Zurücksetzen oft trotzdem nicht nutzen, ohne die Kontodaten des vorherigen Besitzers.

Knacken kostet schnell tausend Euro

Es gibt spezialisierte Firmen, die mit besonderer Hard- und Software den Zugangscode eines Handys herausfinden können, ohne dass Daten verloren gehen. Eine dieser Firmen verlangt dafür fast tausend Euro, pro Gerät. Bezahlt wird nur, wenn es klappt.

Für die Familie ist das eine große Ausgabe, in einer Zeit, in der ohnehin viel zu bezahlen ist. Denk an die Beerdigung und offene Rechnungen. Viele zahlen trotzdem, weil die Fotos unersetzlich sind.

Es klappt längst nicht immer

Nicht jedes Handy lässt sich entsperren. Je neuer das Gerät und die Software, desto schwieriger wird es. Selbst spezialisierte Firmen sagen, dass sie nicht jedes Gerät aufbekommen. Und wenn sie es nicht schaffen, schafft es kaum jemand.

Außerdem ist diese Arbeit nur nach einem Todesfall erlaubt, und es gelten rechtliche Bedingungen. Hinterbliebene müssen nachweisen, dass sie dazu berechtigt sind. Das kostet Zeit, und so lange bleibt das Handy gesperrt.

Du bestimmst nicht mehr, wer hineinschaut

Klappt es doch, liegt das ganze Handy offen. Alle Fotos, alle Nachrichten, alle Apps. Wer das Handy knacken lässt, sieht alles. Du konntest nicht wählen, wer das ist und was diese Person zu sehen bekommt.

Vielleicht möchtest du, dass dein Partner an die Fotos kommt und deine privaten Nachrichten privat bleiben. Oder dass gerade eines der Kinder sich um das Handy kümmert. Das kannst du nur regeln, solange du selbst noch da bist.

So regelst du es vorher

Halte die PIN deines Handys und die Daten deines Apple- oder Google-Kontos in einem verschlüsselten Pass (digitalen Tresor) fest. Schreib dazu, wo deine Fotos sonst noch liegen, etwa in der Cloud oder auf einer externen Festplatte, und was mit dem Handy passieren soll.

Wähle danach selbst eine Vertrauensperson. Sie kommt nur über eine Aktivierungsanfrage und eine Zeitsperre hinein, die du selbst einstellst. Solange du da bist, kannst du eine solche Anfrage jederzeit stoppen. So kostet es deine Angehörigen nichts, sie wissen sicher, dass sie hineinkommen, und du hast selbst gewählt, wer Zugang bekommt.

Damit kannst du heute anfangen

  • Leg die PIN oder das Muster deines Handys und Tablets in deinem Pass (digitalen Tresor) ab.
  • Notiere die Daten deines Apple- oder Google-Kontos. Daran hängen auch die Fotos in der Cloud.
  • Bewahre wertvolle Fotos und Videos auch außerhalb deines Handys auf, zum Beispiel in der Cloud oder auf einer externen Festplatte.
  • Wähle eine Vertrauensperson und schreib auf, was mit deinem Handy passieren soll.
  • Aktualisiere die PIN, wenn du sie änderst.

Auf unserer Seite über einen digitalen Tresor für dich selbst liest du, was du sonst noch festhalten kannst:

Digitaler Tresor für dich selbst

Sorge dafür, dass dein Handy nicht gesperrt bleibt

Halte deine PIN, Konten und Wünsche in einem verschlüsselten Pass (digitalen Tresor) fest. Deine Vertrauensperson kommt nur über eine Anfrage hinein, die du stoppen kannst.