Social Media und digitaler Nachlass

Was passiert mit Instagram, Facebook und LinkedIn nach dem Tod?

Fast jeder hat ein paar Social-Media-Konten. Kaum jemand hat aufgeschrieben, was nach dem eigenen Tod damit passieren soll. Jede Plattform hat eigene Regeln, und die geben Angehörigen selten so viel Zugriff, wie sie erwarten.

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Plattformen geben selten vollständigen Zugriff

Auf manchen Plattformen kann ein Profil in ein Gedenkprofil umgewandelt werden. Es bleibt sichtbar, mit dem Hinweis, dass die Person verstorben ist. Andere Plattformen löschen das Konto nur, nachdem du eine Sterbeurkunde eingereicht hast. In keinem der beiden Fälle bekommst du ohne Weiteres Zugriff auf private Nachrichten, Backups oder verknüpfte Dienste.

So ein Antrag kann Wochen oder sogar Monate dauern. Es gibt Formulare und Prüfungen, manchmal braucht es einen Anwalt. Die ganze Zeit bleibt das Konto online, für alle sichtbar und leicht zu missbrauchen.

Das eigentliche Problem: Niemand weiß, welche Konten es gibt

Neben Instagram, Facebook und LinkedIn haben die meisten noch Konten, von denen die Familie nichts weiß. Ohne Überblick und ohne Passwörter oder Wiederherstellungsdaten wissen Angehörige nicht einmal, bei welchen Plattformen sie sich melden müssen.

Was du jetzt schon festhalten kannst

Mach eine Liste deiner Konten und schreib dazu, was du dir für jedes wünschst: ein Gedenkprofil, Löschen oder einfach stehen lassen. Notiere auch, welche Konten zusammenhängen, zum Beispiel weil du dich überall mit Facebook oder Google anmeldest.

Bewahre die Liste verschlüsselt auf und verknüpfe sie mit einer Vertrauensperson. Eine lose Datei oder ein Zettel geht verloren oder landet in den falschen Händen. Bis es so weit ist, kommst nur du daran. Und danach muss niemand raten.

Damit kannst du heute anfangen

  • Schreib alle deine Social-Media- und Messenger-Konten auf.
  • Entscheide pro Konto: Gedenkprofil, löschen oder stehen lassen.
  • Notiere, welche Dienste verknüpft sind, etwa die Anmeldung über Facebook oder Google.
  • Teile das nur mit jemandem, dem du vertraust, und nicht über eine lose Datei oder eine Chatnachricht.

Auf unserer Seite zu Social Media und digitalem Nachlass liest du, wie du das pro Plattform angehst:

Digitaler Nachlass für Social Media

Lass deine Angehörigen nicht über deine Online-Konten rätseln

Schreib für jede Plattform auf, was passieren soll. Deine Vertrauensperson bekommt erst Zugriff, wenn es wirklich nötig ist.